Was ist schon Gerechtigkeit?

Was ist schon Gerechtigkeit, wenn sie keine Selbstgerechtigkeit sein sollte?

Was ist schon Wissen, wenn es nicht um seine Grenzen weiß?

Was ist schon Sehen, wenn es nicht die blinden Flecken doch erahnt?

Was ist schon Hören, das nicht auch der eigenen Taubheit lauscht?

Die Grundannahme der Sinne im Geist und in der Physis, die Idee vom Wissen um Erkenntnisse wird dem Leben nicht gerecht. Weise ist darum der Mensch, der sich im Nichtwissen übt, in der Suche nach dem Verborgenen, dem Ungesagten, dem Unverstandenen.

Gerecht, den Dingen wenigstens und auch dem einen oder anderen Menschen, das ist der Mensch, der sich in Demut übt vor dem, was ihm nicht offenbar ist und so immer bleiben wird. Dieser Mensch kann staunen. Sein Leben lang.